
Scientific Visualization präsentierte den jüngsten Jahrgang im Rahmen der Diplomausstellung an der Zürcher Hochschule der Künste. Zum dritten Mal feierten damit Studierende unserer dreijährigen Bachelor Ausbildung mit einer Ausstellung ihren Abschluss.
Bilder von der Vernissage am 28. Mai >>>>
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Der Gebirgswald – Lebensraum des Auerhuhns
von Andrea Klaiber
Das Auerhuhn steht auf der Roten Liste der stark gefährdeten
Arten; der Bestand in der Schweiz wird insgesamt auf nur noch 450-500 balzende
Hähne geschätzt. Um den Fortbestand dieser störungssensiblen Art zu
gewährleisten, müssen durch eine angepasste, naturnahe Waldbewirtschaftung auf
ausgedehnten Flächen günstige Biotopstrukturen für das Auerhuhn erhalten oder
neu geschaffen werden.
Diese Arbeit befasst sich mit der malerischen Umsetzung
einer Bildserie, welche im Abstand von jeweils 20 Jahren drei
Waldentwicklungsstadien nach den forstlichen Eingriffen zeigt, die zu einem
optimalen Auerhuhnlebensraum führen.
Jedes Bild stellt einen konstruierten, fiktiven Standort
dar, indem es entsprechend des jeweiligen Entwicklungsstadiums möglichst viele
der für das Auerhuhn lebensnotwendigen Aspekte vereint.
Die Bildserie soll den Forstpraktikern als
Anschauungsmaterial dienen und die zu fördernden Elemente hervorheben und
zeigen. Anwendungsmöglichkeiten bieten sich im Bereich "Merkblätter für
die Praxis", in Vorträgen und Weiterbildungskursen und in
praxisorientierten Publikationen.
Mentorat: Anita Dettwiler, Dozierende VSV
Partner: Eidg. Forschungsanstalt WSL, Research Unit
Biodiversity and Conservation Biology
Wissenschaftliches Mentorat: Dr. Kurt Bollmann
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Diabetes Mellitus Typ 2 - Visuelle Vermittlung einer
Gesundheitsinformation
von Anne Seeger
Die Patienteninformation ist für eine erfolgreiche
Behandlung von Diabetes Mellitus Typ 2 besonders wichtig. Aufgrund der
medizinischen Aufklärung können die Betroffenen Entstehungsrisiken, Symptome
und Langzeitfolgen erkennen und aktiv beeinflussen.
Die Visualisierung richtet sich an Patientinnen und
Patienten, die an Diabetes Typ 2 erkrankt sind. Erklärt werden die
physiologischen Mechanismen, welche zur Insulinresistenz führen. Die Gesundheitsinformation
wird über Animationen an einem anatomischen Modell verständlich und ansprechend
vermittelt.
Die gestalterische Auseinandersetzung findet anhand von
zwei- und dreidimensionalen Darstellungsformen sowie bewegten und statischen
Umsetzungstechniken statt. Zudem werden die Einsatzmöglichkeiten von
schematischen und naturalistischen Bildsprachen sowie die Veranschaulichung und
Kombination verschiedener Grössendimensionen untersucht. Die Erkenntnisse der
Untersuchungen sollen zur konzeptionellen Grundlage eines
Online-Informationssystems für den Gesundheitsbereich beitragen.
Mentorat: Jeanne Peter, Dozierende VSV; Simone Monhart,
Assistenz VSV
Partner: vasp datatecture GmbH
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Wildwechsel
von David Schürch
Der Kanton Jura vor 150 Millionen Jahren: Herden riesiger
Diplodocus, fleischfressende Allosaurus und kleine Compsognathus zogen über
eine weitläufige Gezeitenfläche zwischen Koniferenwäldern und Meer.
Bei Porrentruy wurden durch die Paléontologie A16 über zehntausend versteinerte Fährten von verschiedenen Dinosauriern ausgegraben. Diese innerhalb nur weniger Tage entstandenen Fährten bieten den Experten einen kurzen Einblick in das Leben dieser Urzeittiere. In Zusammenarbeit mit der Paléontologie A16 wurden durch digitale 3D-Rekonstruktionen der Spuren und Dinosaurier Lebensbilder mit Fotofallencharakter erstellt. Diese nehmen den flüchtigen Moment der Entstehung dieser Fährten auf und zeigen Dinosaurier auf eine neuartige Weise in ihrem natürlichen Lebensumfeld.
Diese
Bachelor-Diplomarbeit wurde ausgezeichnet mit dem Förderpreis 2010 der
Hochschulleitung der Zürcher Hochschule der Künste.
Mentorat: Niklaus Heeb, Jeanne Peter, Dozierende VSV
Partner: Paläontologie A 16, Kanton Jura
Wissenschaftliches Mentorat: Dr. Daniel Marty
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In the Mood for Plastic Surgery
von Julia Kohli
Das Bedürfnis des Menschen, seinen Körper zu manipulieren um
damit einer bestimmten sozialen Gruppe anzugehören, ist so alt wie die
Menschheit selbst. Erste Versuche plastisch-chirurgischer Eingriffe belegen
Aufzeichnungen aus dem alten Ägypten vor über 3000 Jahren.
Operationen an einem gesunden Körper durchzuführen wirft
grundsätzliche Fragen auf.
Diese Arbeit soll als Ausgangspunkt zu einem kritischen Diskurs zur
plastischen Chirurgie dienen und kann als ästhetische, stimmungsvolle
Begleitung zu einem fiktiven Text zu dieser Thematik betrachtet werden. Die
Bildsprache ist assoziativ, beruht auf Analogien und sucht in Konzeption und
Bildsprache die Schnittstellen zwischen der freien und der wissenschaftlichen
Illustration. Die Gegenüberstellung von unterschiedlichen Materialitäten und
Köperlandschaften visualisiert und versinnbildlicht grundsätzliche Konflikte,
welche das umstrittene Thema in sich birgt.
Mentorat: Werner Käser, Dozent VSV
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Zwischen Affen
von Julia
Kuster
Eine stimmungsbetonte Bildserie, welche sich von den
strengen wissenschaftlichen Darstellungskonventionen löst, veranschaulicht in
fünf Standbildern die wichtigsten Phasen eines spezifischen Verhaltensablaufs
bei Schimpansen. Sie ist als Beitrag zu einer Buchveröffentlichung geplant.
Diese soll Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung einem breiten Publikum
verständlich machen.
Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit Katja Liebal,
Mitarbeiterin des Max Planck Instituts für Evolutionäre Anthropologie in
Leipzig, entstanden. Die Bildserie zeigt ein Beispiel des sogenannten directed
scratch bei Schimpansenmännchen des Nationalparks in Uganda auf, bei dem die
beiden Protagonisten einander mit Gebärden zu verstehen geben, wo sie vom
anderen gepflegt werden wollen.
Mentorat: Karin Seiler, Niklaus Heeb, Dozierende VSV
Partner: Max Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie
Leipzig
Wissenschaftliches Mentorat: Dr. Katja Liebal, Dr. Daniel
Haun
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Zürcher Bahnhofsimpressionen um die Jahrhundertwende
von Daniela Frauenknecht
Lebhaftes Stimmengewirr vermischt sich mit dem Zischen der
Lokomotive des sich schwerfällig in Fahrt setzenden Zuges. Aus der Ferne hört
man das schrille Pfeifen eines anderen einfahrenden dampfspeienden Ungetüms.
Die Konturen der in der hohen Halle durcheinanderlaufenden Masse lösen sich in
den alles umhüllenden Nebelschwaden auf. Irgendwoher ist eine Drehleier zu
hören und ganz in der Nähe die schnell aufeinanderfolgenden Schritte einer Frau
in einer schwarz schimmernden stark, taillierten Robe, die ans andere Ende der
Geleise eilt
Ziel der im Rahmen meiner Bachelorarbeit entstandenen
Bildwelten war es, visuelle Impressionen zu realisieren, wie sie sich einem
Reisenden um 1900 am Zürcher Hauptbahnhof präsentiert haben könnten. Dabei ging
es mir vor allem um die Entwicklung einer eigenen Bildsprache; sozusagen um die
Schaffung eines gestalterischen Grundgerüsts, dessen stimmiges Zusammenspiel
aus narrativen Aspekten, Technik, Farbe und Licht den Inhalt der Darstellungen
unterstreichen sollte.
Mentorat: Anita Dettwiler, Dozierende VSV
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Zeichen der Macht - Die Tätowierungen der skythischen
Oberschicht
von Esther Schönenberger
Im mittelasiatischen Altaigebirge wurden Mumien von Menschen ausgegraben, die vor 2500 Jahren
dem Volk der Skythen angehörten. Auf ihrer Haut entdeckte man wunderschöne
Tätowierungen, die im skythischen Stil gestaltete Tiermotive darstellen. Diese
Arbeit visualisiert erstmals seit Entdeckung der Mumien eine These zum
Hintergrund dieser Tätowierungen.
Da man nur bei Angehörigen der Oberschicht - erkennbar an den
Grabbeigaben - Tätowierungen gefunden hat, geht man davon aus, dass es sich um
Statussymbole handelt. Dies führte zu folgender These: An wichtigen Anlässen trafen sich die mächtigen Skythen und enthüllten dabei ihre
Tätowierungen, um die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stand anzuzeigen.
Die Diplomarbeit entwirft ein Lebensbild als Einstieg in eine Ausstellung über das skythische Volk. Die Darstellung vermittelt die neusten Forschungserkenntnisse und soll gleichzeitig möglichst lebensnah und authentisch wirken. Ziel ist es, das Interesse für ein weitgehend unbekanntes Thema zu wecken und beim Betrachter Fragen aufzuwerfen, denen in der Ausstellungssituation nachgegangen werden kann.
Mentorat: Karin Seiler, Christian Meyer zu Ermgassen,
Dozierende VSV
Partner: Deutsches Archäologisches Institut (DAI), Berlin