Prof. Dr. Peter Linder
, Universität Zürich, Institut für Systematische Botanik
Mi. 13.1.2010 | im Sq 510
Peter Linder ist Botaniker und Direktor des Botanischen Gartens der Universität Zürich. In seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist er auf zeichnerische Darstellungen angewiesen, welche das Bild des Charakteristischen, des Wesentlichen, des Allgemeinen wie auch des Typischen präziser visualisieren als andere Medien.

Auch in der Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit, wie beispielsweise im Rahmen der Beschilderung des Gartens oder in populärwissenschaftlichen Publikationen, findet die Zeichnung einen vielseitigen Einsatz. Benötigt werden unterschiedlichste Formen von der stark reduzierten Überzeichnung („Pflanzen–Karikatur“) bis hin zu multidimensionalen  Visualisierungen, die ökologische Konzepte in ihrer ganzen Komplexität aufzeigen können.



Science Lunch im Herbstsemester 2009
Die Teilnahme ist für die Studierenden des 1.-5. Semesters obligatorisch. Eingeladen sind auch die Dozierenden, MitarbeiterInnen, und Ehemaligen.
Die Veranstaltung ist öffentlich: Interessierte Gäste sind herzlich willkommen!

Auch dieses Semester konnten wir wieder hochkarätige ForscherInnen gewinnen, die bereit sind, uns im Rahmen des Science Lunch ihre aktuellen Forschungsprojekte zu präsentieren und mögliche Formen der Zusammenarbeit zu diskutieren. Mit dieser Veranstaltung möchten wir den Kontakt zu laufenden Forschungsprojekten aufbauen, und Mentorate für kommende Bachelor-Diplom-Arbeiten vermitteln. Sowohl Forschern als auch den Studierenden können die Bedingungen, Möglichkeiten und Nutzen einer solchen Zusammenarbeit näher gebracht werden. Ein weiteres Ziel ist die Vermittlung von Praktika-Plätzen und mittelfristig stehen auch Kooperationen auf Master Ebene in Aussicht.

 

Inhalt und Ablauf
In lockerer und angeregter Atmosphäre präsentiert der Gast nach einer Einführung in die Thematik und einem Überblick über die entsprechende Institution einen Einblick in aktuelle Forschungsprojekte. Die Studierenden bringen neben Notizmaterial auch ihren Lunch mit; während Präsentation und Diskussion kann (und soll) gegessen und getrunken werden. Auch eine interaktive Form ist vorstellbar, auf Fragen und Interessen der Studierenden reagierend - ganz im Sinne einer „jam-session“.
Priorität haben diejenigen Projekte, in denen Visualisierungen/Bilder eine wichtige Rolle spielen oder bei denen ein Interesse an Visualisierungen hinsichtlich Weiterentwicklung und Kommunikation mit der Öffentlichkeit besteht.
 
 

Veranstaltungen aus dem laufenden Semester Herbst 2009:



Prof. Anders Miolin, 13-saitige Gitarre „Chiavi-Miolin“
Mi. 23.9.2009 | im Sq 510
Anders Miolin ist in Stockholm geboren und wurde mit 15 Jahren als jüngster Student an der Königlichen Musikakademie in Kopenhagen aufgenommen.
Anders Miolin ist Professor an der Zürcher Hochschule der Künste und gibt Meisterkurse und Konzerte weltweit.
Im Rahmen eines Forschungsprojektes am Institute for Music Studies (IMS) an der ZHdK entwickelte er eine neue 13-saitige Gitarre, die „Chiavi-Miolin“ – eine innovative Weltneuheit – mit der noch nie gehörte Klangwelten entstehen.
Als Folgeprojekt entsteht zurzeit ein Lehrbuch für klassische Gitarre mit Literaturbeispielen und Übungen, bei welchem die Studierenden der Vertiefung Scientific Visualization mit einbezogen werden. Es sollen Illustrationen/Visualisierungen entwickelt werden, die Bewegungen in statischen Bildern darstellen.






Dr. Gerhard Hotz, Naturhistorisches Museum Basel
Mi. 14.10.2009 | im Sq 510
"Theo, der Pfeifenraucher" stellt eine interdisziplinäre Kooperation zwischen Naturwissenschaften (Skelett), Geschichtsforschung (historische Schriftquellen) und sozialkritischer Bildanalyse (historische Bildquellen) dar. Es geht um den Versuch, die Identität eines vor 200 Jahren in Basel verstorbenen "Nobodys" unter Mitwirkung der Öffentlichkeit zu rekonstruieren. Erster und einziger Anhaltspunkt ist das Skelett eines Erwachsenen, das 1984 im Rahmen einer Grabung zu Leitungssanierungen im alten Friedhof der St. Theodorskirche geborgen wurde.
Mit Hilfe einer Ausstellung konnte sowohl das Interesse der Öffentlichkeit geweckt, als auch die Zusammenarbeit mit den Geisteswissenschaften gewonnen werden.
Die Forschungsergebnisse werden in einer gut verständlichen Publikation im Christoph-Merian-Verlag einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So soll das Interesse des Publikums für die alltäglichen Lebensbedingungen einer vergangenen Zeit geweckt werden. Bildgebende Wissenschaften waren von Beginn des Projekts in den Forschungsprozess involviert. Vollplastische und computergenerierte Gesichtsrekonstruktion ergeben lebensnahe Abbildungen zu "Theos" Aussehen.
Noch ausstehend ist die Visualisierung des Alltags von Theo. Hier könnte Scientific Visualization Hilfe leisten.

>>>>Projekt Theo, der Pfeifenraucher
>>>>http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/theo_der_pfeifenraucher





Dr. Daniel Haun, Dr. Katja Liebal
 , Max Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie Leipzig
Mi. 21.10.2009 | im Sq 510
Forschungen zur Evolution von Kultur - Wie denkt der Mensch? Seit wann tut er dies und wie unterscheiden sich verschiedene Kulturen in ihrer Art zu denken? Wieviel trennt uns Menschen von unseren ebenso denkenden und einsichtig handelnden biologischen Verwandten?

Eine Gruppe von Anthropologen, Primatologen, Psychologen und Ethnologen am Max Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie Leipzig unternimmt ein mehrjähriges Forschungsvorhaben mit dem Ziel aktuelle Forschungsresultate zusammenzuführen, zu erweitern und der Öffentlichkeit zu vermitteln.
Es besteht die Absicht, ein Standardwerk zu publizieren, welches die komplexen Inhalte in verständlicher Weise vermittelt und ein möglichst grosses Publikum für drängende Fragen des Arten- und Kulturenschutzes sensibilisiert.

In enger Kooperation werden Studierende von Scientific Visualization und der Visuellen Kommunikation im aktuellen Herbstsemester Illustrationskonzepte und Layout-Konzeptionen für die populärwissenschaftliche Publikation „Evolution of Human Social Kognition Cognition" entwickeln.
>>>>http://www.eva.mpg.de/rosi/




Bild: OCC-SAP, Zeichnung Schildkrötenpanzer

Dr. Daniel Marty, Wissenschaftlicher Spezialist, Paläontologie A16, Porrentruy, Jura
Tayfun Yilmaz,  Pierre Widder, Wissenschaftliche Zeichner
Mi. 4.11.2009 | im Sq 510
Paläontologische Ausgrabungen entlang der Autobahn A16 im Kanton Jura - 
wissenschaftliche Dokumentation von Dinosaurierspuren-Fundstellen und anderen Körperfossilien

Sensationelle Saurierfunde entlang einer Autobahnbaustelle im Kanton Jura: Bis heute kamen dort mehr als 5000 Saurierspuren zum Vorschein. Nicht nur Paläontologen sind von der Fundstelle auf dem Trassee der künftigen Autobahn begeistert.
Finanziert vom Bundesamt für Strassenbau und dem Kanton Jura ist die "Paläontologie A16" seit dem Jahre 2000 beauftragt, paläontologisches Kulturgut entlang der zukünftigen Autobahn A16 (Transjurane, Kanton Jura) auszugraben, zu dokumentieren, sowie wissenschaftlich zu bearbeiten.
Die Dokumentation wissenschaftlicher Sachverhalte ist dabei besonders wichtig, da die Funde entweder entnommen (z.B. im Falle von Körperfossilien) oder teilweise auch zerstört werden (z.B. Spurenfossilien von Dinosauriern).
Daniel Marty wird die gängigsten Dokumentationsmethoden anhand zweier Fallbeispiele erläutern: Dinosaurierspuren-Fundstellen und Ausgrabungen von marinen Wirbeltieren.
Im Feld umfasst die Dokumentation der Dinosaurierspuren-Fundstellen die Identifizierung der Spuren und Fährten - häufig während der Nacht, ihre Beschreibung und Vermessung, ihre photographische Dokumentation, die manuelle graphische Dokumentation der Oberflächen, die photogrammetrische Dokumentation, und Laser-Scanning. Im Büro werden danach die Spurenpläne vektorisiert, wissenschaftliche Figuren für Publikationen erstellt, und ausgewählte Spuren werden teilweise auch detailgetreu zeichnerisch umgesetzt.
Körperfossilien wie beispielsweise Schildkrötenpanzer, Reste von Krokodileiern und Fischen werden im Feld provisorisch freigelegt. Die Lage der einzelnen Knochen wird vermessen, zeichnerisch auf einen Plan übertragen, und photographisch dokumentiert. Die Funde werden danach eingegipst, entnommen, und schliesslich im Labor präpariert. Danach werden ausgewählte Funde für ihre Publikation detailgetreu gezeichnet.
In den verschiedenen Phasen der Dokumentation und Erforschung spielen Zeichnung und Visualisierung eine wesentliche Rolle. Die "Paläontologie A16"  bietet verschiedene Formen der Zusammenarbeit an: Wissenschaftliches Zeichnen von Fossilien, Auswertung dreidimensionaler Daten (Laserscan, Photogrammetrie), Vektorisierung von Plänen, ua.. InteressentInnen für unentgeltliche Praktika vor Ort sind willkommen.
>>>>http://sc.tagesanzeiger.ch/dyn/wissen/archaeologie/896284.html





Ph. D. Prof. Marianne Regard, Verhaltensneurologie
Mi. 25.11.2009 | im Sq 510
Gespräch über die gesunden und pathologischen visuellen Wahrnehmungsleistungen des Grosshirns.
Ein Bild wird erst zum Bild über die Prozesse der visuellen Wahrnehmung. Wer Bilder zu Vermittlungszwecken konzipiert und gestaltet, profitiert von den Kenntnissen grundlegender Gestaltgesetze und Wahrnehmungsprinzipien. Hier bieten Wissen und Methoden der Wahrnehmungspsychologie dem Design die Hand.
Marianne Regard studierte klinische Psychologie, promovierte 1982 in Neuropsychologie (University of Victoria, B.C. und University of California, Los Angeles) über die funktionelle Lateralität im Frontalhirn. Sie habilitierte sich 1992 an der Medizinischen Fakultät Zürich über die kortikale Organisation emotionaler Prozesse und wurde 1998 Titularprofessorin für Neuropsychologie. 1996 erhielt sie den Robert Bing-Preis, 2004 den SBAP-Preis. Bis 2008 war sie klinisch und experimentell am Universitätsspital Zürich tätig und seit 2009 in eigener Praxis für Verhaltensneurologie. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die  funktionelle Hemisphärenlateralität und -Interaktion, die höhere visuelle Verarbeitung, die affektive Steuerung und die Impulskontrolle.
Interview mit MR.:
>>>>http://www.uzh.ch/news/articles/2008/2902.html





Prof. Christoph Schär, Institut für Atmosphäre und Klima, IACETH Zürich
Mi. 16.12.2009 | im Sq 510
Der globale Klimawandel: Bilder aus Vergangenheit und Zukunft
Der menschliche Einfluss auf das Klima wird immer offensichtlicher, und es besteht ein weitgehender Konsens, dass international koordinierte Massnahmen unerlässlich sind.
Kommunikation und adressatengerechter Wissenstransfer werden immer stärker zu einer der zentralen Herausforderungen bei der Bewältigung der Klimaproblematik. Klimaergebnisse müssen zielgruppen- und regionalspezifisch sowie komplexitätsreduzierter vermittelt werden.

Bilder und Visualisierungen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sowohl in der Forschung (Visualisierung und Animationen von Beobachtungen und Klimasimulationen), als auch in der gesellschaftlichen Debatte (Kommunikation und Aufklärung). Christoph Schär präsentiert am Science Lunch Beispiele und Hintergründe zu beiden Bereichen.





Prof. Dr. Peter Linder, Universität Zürich, Institut für Systematische Botanik
Mi. 13.1.2010 | im Sq 510
Peter Linder ist Botaniker und Direktor des Botanischen Gartens der Universität Zürich. In seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist er auf zeichnerische Darstellungen angewiesen, welche das Bild des Charakteristischen, des Wesentlichen, des Allgemeinen wie auch des Typischen präziser visualisieren als andere Medien.

Auch in der Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit, wie beispielsweise im Rahmen der Beschilderung des Gartens oder in populärwissenschaftlichen Publikationen, findet die Zeichnung einen vielseitigen Einsatz. Benötigt werden unterschiedlichste Formen von der stark reduzierten Überzeichnung („Pflanzen–Karikatur“) bis hin zu multidimensionalen  Visualisierungen, die ökologische Konzepte in ihrer ganzen Komplexität aufzeigen können.


Wir freuen uns auf spannende Forschungsberichte und angeregte Diskussionen!
Das Team des VSV | Scientific Visualization | Wissenschaftliche Illustration
Zürcher Hochschule der Künste | ZHdK


Veranstaltungen aus dem vergangenen Herbstsemester 07/08 >>>> und Herbstsemester 08/09 >>>>
Illustrators' Lunch aus dem vergangenen Frühlingssemester 09 >>>>